Förderkonzept
1. Förderung
Die ganzheitliche und individuelle Förderung bekommt vor dem Hintergrund des stetigen gesellschaftlichen Wandels eine zunehmend größere Bedeutung. Um unsere Schüler und Schülerinnen auf diese Herausforderungen außerhalb der Schule sowie auf die dynamische Berufswelt vorzubereiten, lässt sich die Förderung der JRS in die Bereiche der Entwicklung fachlich/kognitiver Kompetenzen, der Entwicklung sozial/personaler Kompetenzen und der Entwicklung beruflicher Kompetenzen aufgliedern.
Diese drei Bereiche sind in der Schulrealität vielfältig miteinander verschränkt und aufeinander bezogen. Die fachlich/kognitiven Kompetenzen werden vorwiegend im Unterricht vermittelt. Dort stehen Lernstrategien und Arbeitsformen zur Erarbeitung von Fachwissen, die individuelle Lernfortschritte ermöglichen, im Vordergrund.
Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, die natürlich auch Bestandteil jeden Unterrichts und des gesamten Schullebens ist, findet verstärkt in den Arbeitgemeinschaften 5/6 und 7-10 sowie in den Mittagspausenangeboten und in der Dienstagnachmittags-AG für die Jahrgänge 5-7 statt. In diesem Bereich arbeiten wir erfolgreich mit den außerschulischen Kooperationskräften zusammen. Ihre andere Sicht führt zur Verbesserung und Oualitätssteigerung der Inhalte und zur Förderung von sozialen und emotionalen Kompetenzen unserer Schüler und Schülerinnen. Darüber hinaus werden hier auch innovative, unkonventionelle Lern- und Arbeitsformen erprobt, die auch im Fachunterricht gewinnbringend eingesetzt werden können.
Für die Entwicklung der Berufsfähigkeit sind die erworbenen Kompetenzen und Qualifikation der beiden erstgenannten Bereiche grundlegend. In den Maßnamen zur Berufwahlvorbereitung werden sie aufgegriffen und weitergeführt und geben den Schülern und Schülerinnen die Möglichkeit, ihre individuellen Profile zu stärken. Konkrete Fördermaßnahmen unserer Berufswahlorientierung mit ihren außerschulischen und klassenübergreifenden Projekten sowie Veranstaltungen und Betriebspraktika sind dem Berufsfahrplan (siehe Schulprogramm Beruf) zu entnehmen.
1.1 Veränderter Stundenrhythmus
Um die Rahmenbedingungen für die ganzheitliche und individuelle Förderung der Schüler zu verbessern, wird die JRS ab dem Schuljahr 2011/2012 den Takt der Schulstunde von 45 auf 60 Minuten umstellen. Durch den damit einhergehenden geringen Wechsel von Unterrichtsfächern am Vormittag und mehr Zeit pro Stunde, kann noch effektiver und effizienter gearbeitet und gelernt werden.
2. Förderung in den Kernfächern Mathematik, Deutsch, Englisch
Die Förderaktivitäten der Kernfächer Mathematik, Deutsch und Englisch sind in Angleichungs- und Stärkenförderung untergliedert. Wir erachten es als wichtig, sowohl den leistungsschwachen Schülern helfend zur Seite zu stehen, als auch den Leistungsstarken viele Herausforderungen und Anregungen zu bieten.
Zu Beginn des 5. Schuljahrs werden in allen Kernfächern die individuellen Leistungs- und Wissensstände der Schüler und Schülerinnen ermittelt. Wissenschaftliche Diagnoseinstrumente in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern sind die Grundlage dieser Erhebungen. Zusätzlich werden die diagnostischen Beobachtungen der Lehrkräfte, als auch Informationen von Eltern und Grundschullehrern, für die individuelle Angleichungsförderung genutzt.
Darüber hinaus arbeitet die JRS seit dem Schuljahr 2011/2012 aktiv in einem Pilotprojekt der Stadt Bielefeld (Bildungsbüro) zur Harmonisierung des Übergangs von der Primarstufe in die Sekundarstufe I mit. Ein Schwerpunkt dieser schulübergreifenden Arbeitsgruppe ist die Entwicklung standardisierter Übergangsempfehlungen, um den Förder- und Forderbedarf der Schülerinnen und Schüler einer neuen Klasse 5 effizienter zu ermitteln und um die Planung von inklusivem Unterricht zu unterstützen.
Eine weitere Maßnahme der Arbeitsgruppe sind die wechselseitigen
Unterrichtshospitationen. Hier sollen die Lehr- und Lernbegriffe der jeweiligen Schulformen in der Praxis kommuniziert werden, um so mögliche Missverständnisse im Unterrichtsgeschehen, die am Anfang des Übergangs von der Klasse 4 in die Klasse 5 entstehen könnten, zu vermeiden.
2.1 Förderung im Fach Mathematik
2.1.1 Förderunterricht Jahrgang 5 und 6
Eingangstest als Diagnoseinstrument
Als Diagnoseinstrument wird am Anfang der Klasse 5 ein Eingangstest durchgeführt, der die Schülerinnen und Schüler hinsichtlich mathematischer Basiskompetenzen überprüft. Diese Kompetenzen sind grundlegend für den Erwerb von weiterführendem mathematischem Wissen und sind in die Module
Zahlenraum, Kopfrechnen, Schriftliches Rechnen, Messen und Größen und Sachrechnen unterteilt. In den Aufgabenstellungen jeden Moduls sind auch die prozessbezogenen Kompetenzen mit einbezogen.
Die Auswertung des Tests zeigt die Richtigkeit und den Umfang der Ergebnisse in den einzelnen Basiskompetenzen. Zusätzlich wird eine Fehleranalyse durchgeführt, um Vermutungen über die Ursachen der Fehler anzustellen.
Umgang mit den Ergebnissen
Die Ergebnisse des Tests werden den Eltern und Schüler/innen mitgeteilt. Die Ergebnisse ermöglichen eine individuelle Information zu den Stärken und Schwächen jedes einzelnen Schülers der Klasse 5. Sie liegen dem Fachlehrer vor und können von ihm aus den Lehrern, welche die klassenübergreifenden Förderstunden unterrichten, mitgeteilt werden. Bei sehr starken Defiziten (Dyskalkulie) müssen außerschulische Maßnahmen ergriffen werden.
Auswertung der Ergebnisse
Die Ergebnisse des Eingangstest bilden die Grundlage zur Festlegung der individuellen Fördermodule für jeden einzelnen Schüler. Jedes Fördermodul bezieht sich auf eine der Basiskompetenzen. Ein Fördermodul beinhaltet konkrete Aufgaben, welche zur Behebung einzelner im Eingangstest aufgetretener Schwierigkeiten geeignet sind. Die Aufgaben können auch die Form von spielerischen Übungen, Partnerarbeiten oder eigenständigem Wiederholen von Regeln und Strategien haben.
Besonders kompetenzstarke Schüler können im Einsatz als „Experten“ die Förderung der Mitschüler unterstützen und werden gleichzeitig in ihren Kompetenzen gefordert.
Evaluation
Am Ende jedes Fördermoduls wird ein Nachtest durchgeführt, der die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen feststellt, um das weitere Vorgehen zu planen und die individuelle Förderung besser abstimmen zu können.
2.1.2 Förderunterricht Jahrgang 7 und 8
Ab Jahrgangsstufe 7 findet die äußere Differenzierung in Mathematik Grundkurs (Grundniveau) und Erweiterungskurs (erweitertes Niveau) stattgefunden, um die Schüler optimaler auf ihrem Niveau fördern und fordern zu können.
In diesen beiden Jahrgangsstufen sollen die Schüler und Schülerinnen gezielt in Themengebieten gefördert werden, die bereits im Mathematikunterricht behandelt wurden. Zu jedem Themengebiet wird ein Test vorangestellt, um mögliche Defizite aufzuzeigen. Diese Tests können von den Schülern und Schülerinnen, wie auch von den Lehrern, in einem Feedback – Bogen ausgewertet werden. Danach wird ein Förderplan erstellt. Das angebotene Arbeitsmaterial ist zum Teil in zwei Niveaustufen unterteilt, um auch stärkere Schüler und Schülerinnen zu fördern.
Aus den schulformübergreifenden Vergleichsarbeiten im Jahrgang 8 (Lernstandserhebungen) sollen zusätzlich Konsequenzen für den zukünftigen Mathematikunterricht und Förderunterricht hervorgehen.
2.1.3 Förderunterricht Jahrgang 9 und 10
In beiden Formen der Jahrgangsstufe 10 ist die Zentrale Prüfung 10 (ZP) ein wichtiger Bestandteil des Abschlusses. Die Vorbereitung auf die zentralen Prüfungen aber auch auf außerschulische „Einstellungstest“ bestimmt daher auch zu einem großen Teil den Inhalt der Förderung. Arbeitsmaterial, das gezielt auf die Prüfungen vorbereitet, Mathematik verstärkt mit dem Alltag und Berufsleben verbindet und mathematische Themen, welche die Inhalte des Mathematikunterrichts der vorangegangene Jahre miteinander verknüpft, gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.
Ein kontinuierlicher Kontakt zwischen Förder- und Fachlehrer ermöglicht dabei eine individuelle Förderung.
Material (verbindlich / zusätzlich)
Eingangstest 5: AOL Verlag: Eingangstest 5/6 und Modulhefte
Test zu Themengebieten 7/8: Cornelsen Verlag: Fördermaterial 7/8 und ggf. 5/6
Vorbereitung auf Prüfungen in 9/10: Stark Verlag: Zentrale Prüfung 10 Vorbereitung
Links zum Fördererlass an Hauptschulen
Chancen NRW- Das Portal zur individuellen Förderung:
www.schulministerium.nrw.de/Chancen
2.2 Förderung im Fach Deutsch
2.2.1 Förderunterricht Jahrgang 5 und 6
Eingangstests als Diagnoseinstrumente
Münsteraner Rechtschreibanalyse
In Zusammenarbeit mit der Universität Münster (Lernserver) wird jedes Kind zu Beginn des 5. Schuljahres im Bereich Rechtschreibung getestet und daraufhin ein individuelles Fördermaterial vom Lernserver für alle Schüler und Schülerinnen zusammengestellt.
C- Test (Spracheingangstest) und FörMig- Verfahren vom IFS ( Institut für Schulentwicklungsforschung) Dortmund
Ab dem Schuljahr 2011/12 schreiben die Schüler und Schülerinnen einen Spracheingangstest, der sich auf die Bereiche Rechtschreibung, Grammatik, Satzbau, Hör- und Leseverstehen bezieht.
Nach Auswertung der Tests, wird der Förderunterricht auf diese Bereiche ausgeweitet und die Schüler und Schülerinnen entsprechend der Ergebnisse in Gruppen gefördert.
Diese Tests dienen der Sprachstandsermittlung für einzelne Schüler im Vergleich mit dem Klassendurchschnitt.
Die Auswertung durch die Universität Münster zeigt die Richtigkeit und den Umfang in den einzelnen Basiskompetenzen.
Sie finden im Rahmen des Sprachfördercoachprogramms statt, das Teil der Arbeit an der Johannes-Rau-Schule ist. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Fächern individuell gefördert werden, indem sie lernen ihre Beobachtungen und Erkenntnisse fachbezogen richtig zu formulieren.
Ergebnisse
Die Ergebnisse der Diagnosetests dienen beim nächsten Elternsprechtag als Gesprächsgrundlage. Außerdem wird mit ihrer Hilfe das individuelle Fördermaterial hergestellt oder Gruppenmaterial für die Anzahl an Fördergruppen, die im 5. und 6. Schuljahr gebildet werden.
Schwerpunktmäßig findet hier das Lernserver- Rechtschreibtraining statt, das aber auch durch Übungen zum Leseverstehen, Hörverstehen und der Grammatik (Übungen aus dem Doppelklick- Sprachbuch, Lernspiele und Grammatikspiele ) ergänzt wird.
Schüler und Schülerinnen, bei denen eine Lese- Rechtschreib- Schwäche vermutet oder festgestellt wird, werden zu weiteren Tests an Schulpsychologen der regionalen Schulberatungsstelle verwiesen, damit eine entsprechende Förderung beantragt werden kann.
Evaluation
Die Evaluation geschieht im Unterrichtsprozess durch die entsprechende Lehrkraft und durch Selbstevaluation der Schüler und Schülerinnen. Das Fördermaterial wird dann entsprechend verändert bzw. die Schülerin oder der Schüler in eine entsprechende Fördergruppe versetzt.
Förderunterricht
Es werden in den Jahrgängen der Orientierungsstufe 5 und 6 jeweils zwei Förderstunden erteilt, die in einem Förderband liegen. Darüber hinaus bekommen besonders die muslimischen Kinder auch Förderunterricht, wenn die anderen Schüler und Schülerinnen Religionsunterricht haben. Hier arbeiten sie mit dem Lernserver- Rechtschreibmaterial oder an Aufgaben zu den anderen Schwerpunkten.
In den Jahrgängen 7 bis 10 gibt es jeweils eine Förderstunde im Bereich Deutsch.
Leseförderung
In der Fachkonferenz Deutsch zu Beginn des Schuljahres 2010/11 wurde beschlossen, den Bereich Leseförderung mit dem Erwerb der Lizenz für das Internet- Portal ANTOLIN zu erweitern. Im 1. Halbjahr 2010/11 gab es eine Antolin- AG für den 5. und 6. Jahrgang. In der Antolin- AG können die Schülerinnen und Schüler ihre Lesekompetenz selbstständig einschätzen lernen.
Eigenständiges Lesen und eigene Leseidentiät wird gefördert. Da die Kinder nach eigenen Neigungen Bücher auswählen, findet automatisch eine innere Differenzierung statt.
In der neuen Bibliothek, die im Mensaneubau eingerichtet werden wird und zusammen mit der Realschule genutzt werden wird, werden mit Mitteln aus dem Ganztagsbereich Bücher angeschafft, die im Rahmen der Antolin- AG auf die Liste der beliebten und vielgelesenen Bücher gekommen sind.
2.2.3 Lernstand und zentrale Abschlussprüfungen
Bei der Lernstandserhebung in Jahrgang 8 werden die Ergebnisse im Deutsch- Jahrgangsteam ausgewertet. Daraus entstehen neue Förderschwerpunkte für einzelne Schüler und Schülerinnen.
Auf die zentralen Abschlussprüfungen werden die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrganges z. Zt. mit Vorbereitungsheften aus dem Stark- Verlag individuell vorbereitet. Es gibt Hefte für die A- Klassen und für die B- Klassen.
2.2.4 Förderunterricht in den Klassen 7 -10
In den Jahrgängen 7 bis 10 gibt es jeweils einer Förderstunde im Bereich Deutsch.
2.2.5 Lernstandserhebungen im Jahrgang 8
Bei der Lernstandserhebung im Jahrgang 8 werden die Ergebnisse im Deutsch-Jahrgangsteam ausgewertet. Die daraus entstehen Förderschwerpunkte werden im Förderunterricht behandelt.
2.2.6 Zentrale Abschlussprüfung im Jahrgang 10
Auf die Zentrale Abschlussprüfung 10 werden die Schülerinnen und Schüler mit den Vorbereitungsheften aus dem Stark-Verlag individuell vorbereitet.
Ziele
Durch die intensive Förderung im Bereich Rechtschreibung, Grammatik, Leseverstehen und Textproduktion erwerben die Schülerinnen und Schüler verlässliche Basiskompetenzen, die es ihnen ermöglichen, sich den Leistungen des Durchschnitts ihrer Klasse anzunähern bzw. ihre Leistungsfähigkeit auszubauen.
2.3. Förderung im Fach Englisch
Die Förderung in Fach Englisch an der Johannes-Rau-Schule orientiert sich an den vier Handlungsfeldern des Ministeriums NRW zum Bereich individueller Förderung:
1) Grundlagen schaffen - Beobachtungskompetenz entwickeln
2) Mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Begabungen umgehen
3) Übergänge begleiten
4) Nachhaltigkeit sichern
2.3.1 Förderung im Regelunterricht und in Differenzierungsgruppen
Die Fördermaßnahmen finden statt in Lernzeiten des Regelunterrichts sowie in Differenzierungsgruppen in gesondertem „Förderunterricht“. Differenzierungsgruppen, derzeit (2011/12) in den Jahrgängen 7 und 8 eingerichtet, werden nach entsprechenden schriftlichen Diagnoseverfahren gebildet, die Auskunft über errichte Kompetenzniveaus geben.
In den Förderunterricht sind neben schriftlichen Arbeitsformen in starkem Maße spielerische Aufgabenformen integriert. Sie dienen unter anderem der Motivationsförderung. Wesensmerkmal aller Fördermodule ist jedoch der Aspekt des „Wie lerne ich was?“. Hierzu erfahren die Schüler und Schülerinnen eine intensive individuelle Beratung und erproben unterschiedliche Lernwege.
2.3.2 Fördermaßnahmen im ersten Lernjahr
Im Sinne des Grundlagenschaffens (1) als auch des Begleitens schulischer Übergänge (3) stellt der Fachlehrer in den ersten Wochen des Englischunterrichts in spielerischen Formen des Lernens (s.o.) fest, welche Grundlagen die Schüler und Schülerinnen im Rahmen des Unterrichts im Fach Englisch an der Grundschule erworben haben. Ein schriftlicher Eingangstest, wie etwa im Fach Deutsch oder im Fach Englisch zur Einteilung in Fördergruppen, erfolgt an dieser Stelle noch nicht, da die Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Kompetenzen aus den verschiedenen Grundschulen entlassen werden. In diesen Wochen orientiert sich der Unterricht inhaltlich primär am „Vorkurs“ des Buches um gemeinsame Grundlagen zu schaffen. Das dem Workbook des Lehrwerks NEW HIGHLIGHT beilegende Arbeitsheft muss in der vorliegenden Form nur teilweise herangezogen werden, da in der Regel alle Schüler in Ihrer Grundschulzeit den vorgesehenen FU erhalten haben.
Unterschiedlichstes Vokabular und unterschiedlichste Ausdrucksformen, die die Schüler aus ihren verschiedenen Grundschulen mitgebracht haben, gehen in das Repertoire aller Schüler der Klasse über. In entsprechenden situativen Kontexten (Dialogformen, kommunikativen Übungsformen, Bildbeschreibungen/über Bilder und Vorgänge sprechen, etc) schafft der Fachlehrer an dieser Stelle einen geeigneten Rahmen zur Kontextualisierung des Sprachmaterials und stellt unter Einbezug „gegenseitigen von einander Lernens“ (Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Präsentationen vor dem Plenum der Klasse, Rollenspielen etc) sicher, dass die Lerngruppe mit zunehmend homogenen Voraussetzungen voranschreitet. Der Übergang in die Unit „A new Start“ des Lehrwerkes geschieht erst nach entsprechender individueller Förderung im Klassenunterricht und nach Überprüfung der so gewachsenen Lernziele durch geeignete Diagnoseverfahren. Da an dieser Stelle kein einheitliches Diagnoseverfahren zur Überprüfung herangezogen werden kann, werden hierzu vom Fachlehrer Arbeitsblätter (Ankreuzaufgaben/Höraufgaben/Bilder/etc) entwickelt. Bestandteil dieser Arbeitsblätter sind allerdings in jedem Falle die Übungen des Vorkurses. Mit ihrer Hilfe wird sicher gestellt, dass die erforderlichen Grundqualifikationen, der Wortschatz und die Redewendungen, die Arbeitsformen etc zur Weiterarbeit gegeben sind (nachhaltige Sicherung) (4). Nicht erreichte Lernziele werden wieder in den Folgeunterricht einbezogen und den Schülern durch Aufbereitung neuer Lernwege zugänglich gemacht. Um Schülern entsprechend der Lerntypologie möglichst viele Zugänge zum Sprachenlernen zu verschaffen, werden dabei möglichst viele „Kanäle“ (Malen, Singen, Hören, Sprechen, Spielen, mimisches Darstellen…) des Lernens genutzt.
Zur Verringerung des Anteils der Schüler und Schülerinnen mit schwachen Leistungen lernen die Schüler, sich gegenseitig im Lernen zu unterstützen, Lernzeit gemeinsam mit Mitschülern in Partner-, Gruppen- und auch Einzelarbeit sinnvoll zu nutzen.
Der Überblick stellt einen kleinen Anteil der Fördermaßnahmen im Regelunterricht dar. Ergänzende Maßnahmen erfolgen den Gegebenheiten entsprechend.
| Diagnoseverfahren | Ziel der Förderung | Methoden |
| (a) Beobachtungen in situativen Kontexten im Regelunterricht, (b) Arbeitsblätter mit schrittweise Lernzielkontrollen der erforderlichen Kompetenzen |
(a) Grundlagen der Kompetenzbereiche gemäß KLP schaffen, (b) Motivation und Kommunikationsbereitschaft in der Fremdsprache schaffen, (c) Kommunikationsbausteine für Bildbeschreibungen, Rollenspiele und Unterrichtssprache bei allen Schülern sicherstellen (d) Verringern des Anteils auffällig schwacher Leistungen (e) Voneinanderlernen als wichtigen Kommunikationsprozess beim Sprachelernen verstehen |
(a) Förderung durch Binnendifferenzieruung (b) Helferprinzip (Mischgruppen mit Schülertutoren) im Regelunterricht um unterschiedliche Voraussetzungen nutzbar für alle zu machen (c) Gruppen- und Partnerarbeit zur Förderung der Sprechbereitschaft und zur Erhöhung des Aktions- und fremdsprachlichen Redeanteils des einzelnen Schülers (d) gezielte Förderung durch Kleingruppenarbeit ( Lehrerhilfe in Kleingruppe) |
2.3.3 Orthographie im Fremdsprachenunterricht und LRS
Besondere Beachtung erfährt die Einführung der Schreibweise im Fremdsprachenunterricht. An dieser Stelle hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Kinder mit deutlich unterschiedlichen Grundvoraussetzungen aus der Grundschule entlassen werden. Zur Schaffung einer angemessenen Grundlage ist es in der Regel erforderlich, Orthographie von der Basis an zu vermitteln, um Interferenzen zur Muttersprache oder zum Deutschen zu vermeiden.
An dieser Stelle des Lernprozesses kommunizieren die Fachlehrer frühzeitig mit den Fachlehrern Deutsch, um Aussagen über mögliche LRS zu erkennen und zu berücksichtigen. Der Dialog über die Entwicklung der orthographischen Fertigkeiten ist Gegenstand der Jahrgangskonferenz und der individuellen Absprachen mit den Deutschlehrern.
Die LRS-Problematik hat beim Erlernen einer neuen geschriebenen Sprache nicht unbedingt den gleichen Stellenwert wie beim natürlichen Erlernen der Sprache (Muttersprache und Umgangssprache). Schüler und Schülerinnen mit LRS erlernen das Schreiben im Englischunterricht unvoreingenommen, da die Einführung des Schriftbildes mit Methoden aus der Förderung von lese- und rechtschreibschwachen Schülern geschieht. So lernen die Schüler und Schülerinnen im Unterricht das Memorisieren des ganzen Schriftbildes in spielerischen Formen, wie zum Beispiel Wortkarten und Buchstabenpuzzles. Leseübungen, Buchstabenspiele und Rückwärtslesen sind ebenfalls Bestandteil des Methodenrepertoires und werden nach Diagnose von Rechtschreibstörungen verstärkt in den Regelunterricht einbezogen.
Im Rahmen der 60-Minuteneinheiten nutzt der Fachunterricht an unserer Ganztagsschule die Lernzeiten, um gegebenenfalls einen Fördercoach aus dem Ganztagsbereich heranzuziehen. Hier steht in Absprache Personal zur Verfügung, um eine parallel zu Lernzeiten stattfindende Kleingruppe im Lese- und Schreibtraining zu bilden.
2.3.4 Das „Portfolio“ als Mittel zur Förderung beim Spracherwerb
Im Sinne eines vereinfachten Portfolios gemäß dem europäischen Referenzrahmen führen die Schüler und Schülerinnen mit Beginn der 5. Klasse ein Portfolio zur Dokumentation ihrer sprachlichen Entwicklung im Englischunterricht.
Die Schüler und Schülerinnen dokumentieren im Portfolio besonders gute Leistungen oder auch solche, die ihnen besonders wichtig sind. In Arbeitsstunden oder entsprechenden Lernzeiten beraten die Fachlehrer die Schüler und Schülerinnen welche Arbeiten aus dem Regelunterricht ihren Entwicklungsstand angemessen dokumentieren oder welche Arbeit sie mit welchen sprachlichen Mitteln für die Aufbewahrung im Portfolio aufarbeiten oder erstellen können. In fortschreitender Weise gewinnen die Schüler so in den Folgejahren einen Überblick über ihren eigenen Lernfortschritt. Die Werke können zu Beginn Zeichnungen oder Arbeitsblätter mit englischen Begriffen oder Sätzen sein, Comics mit eigenen Texten, Schriftstücke über sich und ihre Familie, über ihren Werdegang, über ihre Wünsche für die Zukunft. Durch die Unterschiedlichkeit der Dokumente werden im Portfolio zudem verschiedenste Lernbegabungen transparent gemacht.
Zusätzlich ermöglicht das Portfolio Schülern mit einem Migrationshintergrund, Kompetenzen aus dem Bereich ihrer Muttersprache zu dokumentieren.
2.3.5 Die Förderung im Sinne eines „remedialen Lehrens und Lernens“ (=Defizite ausgleichen)
Förderung im Sinne eines „remedialen Lehrens und Lernens“ findet unter Bezug auf entsprechende Diagnosetests statt. Derzeit geschieht dies in den Jahrgängen 7 und 8 im Rahmen äußerer Differenzierung. In Diagnosetests mit Übungen aus den vergangenen Lernzielkontrollen (Klassenarbeiten Jahrgang 5 und 6) stellen die Fachlehrer Leistungsstand und Defizite fest. Die Schüler und Schülerinnen werden den Ergebnissen entsprechend in Gruppen eingeteilt und arbeiten im Sinne der oben aufgeführten Arbeitsformen und Methoden Defizite wieder auf. Schwerpunkte der Arbeit sind erfahrungsgemäß Wortschatz (Wie lerne ich Vokabeln, Vermittlung von individueller Lernstrategien) und Schreibkompetenz (Redewendungen und Vielfalt der Kommunikationsformen).
Im Rahmen innerer Differenzierung im Regelunterricht findet in den Klassen ohne zusätzlichen Förderunterricht Förderung insbesondere im Rahmen der Lernzeiten statt.
Den festgestellten Defiziten entsprechend wiederholen Schüler im Unterricht in Kleingruppen den betreffenden Unterrichtsstoff. Dabei üben im einfachsten Falle Schüler und Schülerinnen mit ihren Mitschülern Vokabeln und geben sich gegenseitig Lernhilfen. Beratend steht der Fachlehrer in diesen Phasen zur Verfügung. Schüler, die entsprechende Kompetenzen im Diagnoseverfahren (hier Klassenarbeit) unter Beweis gestellt haben, erhalten Aufgaben als Tutoren in den Kleingruppen mit gleichen Lerndefiziten. Die Ausübung des Tutorats wirkt sich bei diesem Fördermodell auf die Schüler motivierend aus.
Um Stigmatisierungen zu vermeiden, wird dauerhaft schwächeren Schüler eine reelle Chance einer Aufwertung im Rahmen des Unterrichts und auch als Tutor an anderen Stellen ermöglicht. Daher bekommen solche Schüler zum Beispiel Abfrageaufgaben in Vokabeltrainingseinheiten, vorbereitende Rollen im Rahmen neuen Unterrichtsstoffes usw, um nicht Gefahr zu laufen, dauerhaft als die Schlechteren dazustehen,.
2.3.6 Die Förderung im Sinne einer Prävention vor Aufbau von Defiziten
Im Kernunterricht pflegen wir an der JRS auch die Bewältigung des Unterrichtsstoffes im Rahmen regelmäßiger Gruppenarbeitsphasen als Fördermaßnahme im weiteren Sinne. Hier erhalten die Schüler und Schülerinnen Lernhilfen unmittelbar von ihren Mitschülern und lernen mit ihnen gemeinsam. Wechselnde Arbeitsgruppen, die unter anderem auch die Mischung von Schülern unterschiedlicher Kompetenzniveaus in einer Gruppe berücksichtigen, helfen Stigmatisierung im oben genannten Sinne zu vermeiden.
2.3.7 Schrittweise Diagnose und Förderung
Als lernstoffbezogene Diagnoseverfahren benutzen wir die begleitenden Förderhefte des Lehrbuchs New Highlight aus dem Cornelsen Verlag. Diese gehen nach dem Grundsatz „Check, Train and Test“ vor und gewährleisten so Lehrwerksbezug. Daher werden diese Fördermaterialien sowohl im Regelunterricht als auch in entsprechend gebildeten Fördergruppen genutzt.
2.3.8 Jahrgangsbezogener Förderunterricht
Für den jahrgangsbezogenen Förderunterricht stehen dem Fach Englisch je nach Jahrgang bis zu einer Stunde (60 Minuten) pro Schuljahr zur Verfügung. Hier sind ab Jahrgang 7 besonders in den vergangenen beiden Lernjahren kulminierte Lerndefizite zu bearbeiten. Hierzu entwickelt die Fachkonferenz Diagnosetests, die sich auf die bisher zu erwerbenden Kompetenzen beziehen.
Im Abgleich mit dem gekoppelten Fach entscheiden die Fachlehrer nach dem Diagnosetest, welche Schüler in welchen Kompetenzbereichen in den Förderunterricht gehen. Der Förderunterricht selbst bezieht sich auf diese Kompetenzbereiche und stellt periodisch durch Testverfahren den erreichten Erfolg im jeweiligen Kompetenzbereich fest. Einen entsprechenden Vordruck erhält der Schüler im Förderunterricht.
Wortarbeit, Schreib- und Erzählkompetenz sowie Lese- und Hörverstehenskompetenzen sind die Schwerpunkte des jahrgangsbezogenen Förderunterrichts im Fach Englisch.
3. Förderungen mit dem Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung
3.1 Arbeitsgemeinschaften im Unterricht
Eine individuelle Förderung geschieht nicht nur im Fach- und Förderunterricht, sondern auch in den, unter den Schülern beliebten, Arbeitsgemeinschaften. Die Schüler der Jahrgänge 5 -6 und der Jahrgänge 7 -10 erhalten altersgerechte Angebote, die sie nach ihren Interessen auswählen. Die Themen knüpfen an den Lebenswirklichkeiten der Schüler an und geben ihnen die Möglichkeiten individuell ihr Profil zu stärken und zu fördern. Eine Evaluation erfolgt durch Darstellungen und Präsentationen sowie durch den Austausch der Kollegen auf Konferenzen am Schuljahresende.
3.2 Mittagsangebote im Ganztag
Die Gestaltung der Mittagspausen ist eine für das Gelingen der Ganztagsschule bedeutsame Aufgabe. Sie ist ein Baustein der Rhythmisierung im Tagesablauf und richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. Die Palette reicht daher von sportlichen Angeboten bis hin zur Betreuung im Ruheraum, in dem sich Schülerinnen und Schüler zurückziehen können.
Neben Lehrerinnen und Lehrern bieten außerschulische Kooperationspartner im Rahmen der Kapitalisierung von Montag bis Freitag diese Angebote als offene Angebote an, so dass Schülerinnen und Schüler sich spontan zur Teilnahme entscheiden können. Einzelne Angebote werden in Kurs- oder Projektform über begrenzte Zeiträume angeboten, so dass Schülerinnen und Schüler, die daran Interesse zeigen, sich für die Kursdauer zur Teilnahme verpflichten. Dies macht z.B. Sinn, wenn ein mehrtägiges Filmprojekt durchgeführt wird.
3.3 Arbeitsgemeinschaften am Dienstagnachmittag
Die Arbeitsgemeinschaften für die Klassen 6 und 7 am Dienstagnachmittag sind freiwillige Angebote und werden von außerschulischen Partnern aus dem Bereich der Jungendarbeit durchgeführt. Es sind insbesondere Angebote zur Kreativitätsförderung, Persönlichkeitsförderung und Förderung der Motorik. Schülerinnen und Schüler melden sich für die Dauer eines Schulhalbjahres entsprechend an und erhalten einen Zeugnisvermerk über die Teilnahme. Gegebenenfalls können Eltern beraten werden, Ihr Kind in diesen Arbeitsgemeinschaften anzumelden um auf diesem Wege bedarfsgerechte Förderung für Ihr Kind zu erhalten.
Die Arbeitsgemeinschaften für die 5. Klassen am Dienstagnachmittag sind verpflichtend. Sie dienen der Stärkung der Klassengemeinschaft und der Persönlichkeitsförderung und stellen daher einen ergänzenden Baustein zum sozialen Lernen dar. Die Angebote beinhalten erlebnispädagogische Projekte, die bedarfsspezifisch orientiert sind. An dieser Stelle kooperieren Klassenleitung, Jahrgangskonferenz, Schulsozialarbeit und Kooperationspartner der Jugendarbeit und gehen auf spezifische Bedürfnisse der Kinder ein.
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