Medienkonzept der Johannes – Rau – Schule
Prämisse
Die Medienerziehung versteht sich als ein Aspekt der Unterrichtentwicklung in allen Fächern. Sie ist unabdingbar für die Gestaltung eines modernen, aktuellen, den gesellschaftlichen Erfordernissen angepassten Unterrichts. Das Lernen mit (Neuen) Medien unterstützt den eigenverantwortlichen Lernprozess und befähigt die Schülerinnen und Schüler zu lebenslangem Lernen.
Die neuen Lehrpläne für die Schulen in NRW berücksichtigen die Integration des Medieneinsatzes und der Computer-Nutzung in den allgemeinen Unterricht und eben nicht nur in den Informatik-Unterricht. In den neuen Kernlehrplänen ist die Nutzung der Medien und des Computers nunmehr Pflichtbestandteil. Neben die Medienkompetenz als Vermittlungsziel, tritt die Nutzung der Medien als didaktisches Hilfsmittel in die Unterrichtsgestaltung. Die qualitative Entwicklung des Unterrichts - auch durch den Einsatz von Medien als Produktionswerkzeug - zielt u.a. auf die Verstärkung selbstständigen Lernens, sowie mehr Projekt- und Gruppenarbeit als Mittel der Differenzierung und der Stärkung eigenverantwortlichen Lernens: Die Förderung des Einzelnen mit dem pädagogischen Ziel, individuelle Stärken zu entfalten und Schwächen auszugleichen, dient der Chancengleichheit. Diese curricularen und pädagogischen Forderungen können Schulen nur mit der entsprechenden Ausstattung und der notwendigen Qualifizierung der Lehrkräfte erfüllen.
Grundsätze für die schulische Umsetzung
Medienbildung stellt kein eigenes Fach und keinen eigenen ständigen Lernbereich dar. Sie ist auf die Realisierung in verschiedenen Fächern sowie in Sonderformen, z.B. Projekttagen und -wochen oder Arbeitsgemeinschaften, angewiesen.
Medienbildung wird an der Johannes-Rau-Schule in allen Jahrgängen und in allen Fächern, Lernbereichen und im Projektunterricht geplant und durchgeführt. Medienbildung hat das gesamte Medienspektrum im Blick: Printmedien und audio-/visuelle Medien. Idealerweise sollte die Auseinandersetzung mit einem spezifischen Medium handlungsorientiert erfolgen und jeweils zu exemplarischen Einsichten führen, die auch auf andere Medien übertragen werden können.
Die Nutzung der Medien folgt pädagogischen Zielorientierungen, z.B.
-
Förderung der Lesekompetenz
-
Mappengestaltung (als Teilbereich der Methodenschulung)
-
Umfragen durchführen und auswerten, z.B. zum Thema Rauchen
-
Wirtschaftliche Grundbildung – Nutzung einer kaufmännischen Software, z.B. zur Führung des Schülerkiosks, Schülerfirma „SiS – Spielversand in Schülerhand“
-
Informationsbeschaffung
-
Präsentation eines Projektergebnisses
-
Erstellung einer Gedichtsammlung (Textgestaltung)
Grundüberlegungen zu den Kernlehrplänen
Die Kernlehrpläne für die verschiedenen Schulformen in NRW zeichnen sich durch ein hohes Maß an Gemeinsamkeit aus. Auch bei schulformtypischen Unterschieden in den fachlichen Anforderungen gibt es einen deutlich sichtbaren gemeinsamen Kern.
In den Kernlehrplänen des Unterrichtsfachs Deutsch in der Sekundarstufe I an Gesamt-, Real- und Hauptschulen kommen pädagogische Begriffe wie Medienkompetenz, Filmbildung oder Medienerziehung an keiner Stelle vor. Dennoch lässt sich an vielen Stellen in den Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufen die Arbeit und Auseinandersetzung mit medienrelevanten Themen und Arbeitsweisen erkennen. Zusammenfassend lassen sich dabei die Bereiche der Unterscheidung verschiedener Medienformen und die Thematisierung der Unterscheidung zwischen realer und fiktionaler Welt, sowie auf der Ebene der Arbeitstechniken der Medieneinsatz zur Präsentation und die Informationsbeschaffung mithilfe von Medien unterscheiden.
Neue Medien in den Kernlehrplänen
Die Bildungsstandards der KMK umreißen nur pauschal die Rolle der neuen Medien im Unterricht: Die Schülerinnen und Schüler sollen sie zur Informationsbeschaffung, zur kommunikativen Interaktion sowie zum Lernen nutzen und sie zur Präsentation von Arbeitsergebnissen auswählen und einsetzen können. Auch mit Lernprogrammen sollen sie arbeiten können.
Die Kernlehrpläne weisen für alle Fächer dem Medieneinsatz eine größere Bedeutung zu, sie gehen in den Vorgaben weiter als die Bildungsstandards der KMK. Dabei werden Medien und besonders neue Medien sowohl als Inhalte wie auch als Werkzeuge gesehen.
Zusammenarbeit der Fachkonferenzen
Die Fachkonferenz entscheidet in ihrem Fach insbesondere über
-
Grundsätze zu fachmethodischen und fachdidaktischen Arbeit,
-
Grundsatze zur Leistungsbewertung
-
Vorschläge an die Lehrerkonferenz zur Einführung von Lernmitteln
Die Fachkonferenz ist somit der Motor der Unterrichtsentwicklung im Fach. Auf Grundlage des Kernlehrplans erstellt sie den schuleigenen Arbeitsplan, legt in Abstimmung mit dem Medienkonzept und dem Schulprogramm die methodischen Prinzipien und die zu nutzenden Medien fest.
Ein solches fachliches Lernmittelkonzept geht weit über die bloße Entscheidung für ein Schulbuch hinaus.
-
Wann werden welche Medien genutzt?
-
Was wird (auch in Abstimmung mit anderen Fächern) wann gelernt?
-
Aus welchem Etat (in Absprache mit der Schulleitung) werden Lernmittel wie Schulbuch, Arbeitshefte, Software und Internet-Angebote finanziert?
-
Welche Medien werden aus dem Lernmitteletat vom Schulträger, welche vom Elternanteil angeschafft? Der Lernmitteletat ist nicht nur für die Beschaffung
von Schulbüchern zur Ausleihe einsetzbar, denn Lernmittel sind Schulbücher und andere Medien, die dazu bestimmt sind, von den Schülerinnen und Schülern über einen längeren Zeitraum genutzt zu werden. -
Welche technischen Arrangements vom Computerraum über die Medienecken bis zu Laptopklassen werden im Fach angestrebt und genutzt?
Diese Fragen kann natürlich nicht jede Fachkonferenz für sich entscheiden. Sie müssen durch die Lehrerkonferenz und die Schulkonferenz zum Medienkonzept und zum Schulprogramm zusammengefasst werden. Hier entsteht Beratungsbedarf nicht nur für das Fachkollegium, sondern für die gesamte Institution Schule. Aus diesen Überlegungen ergibt sich dann konsequent der Fortbildungsbedarf des Kollegiums bzw. des Fachkollegiums. Fortbildung ist nicht mehr von individuellem Interesse geleitet, sondern davon, was an der jeweiligen Schule erforderlich ist, um eine Qualitätssteigerung des Unterrichts zu erreichen. Daraus ergibt sich, dass die Fortbildung im Wesentlichen schulintern stattfinden muss, in den Strukturen, die den Fachunterricht tragen und ausrichten.
Aufgaben für die Schulleitung
Das zugrundeliegende Konzept geht davon aus, dass Medienerziehung als ein Aspekt der Unterrichtentwicklung in allen Fächern zu verstehen ist.
Der Informatik-Unterricht unterstützt und ergänzt die Medienerziehung in den einzelnen Fächern. Das heißt, dass eine feste und verlässliche Integration des Informatik-Unterrichts in den Stundenplan/die Stundentafel wünschenswert wäre.
-
Die Schulleitung bemüht sich, die benötigten Ressourcen (Lehrkräfte, Stunden, Raumkonzept) hierfür bereitzustellen.
-
Die Schulleitung fördert (gestützt durch die Beratung der FK Informatik) die Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen zur Umsetzung des Medienkonzeptes.
Aktuelle Ausstattung
-
Die JRS verfügt über zwei neu ausgestattete Computerräume (PC-Raum 1 mit 16 Schülerarbeitsplätzen und einem Lehrerarbeitsplatz, sowie PC-Raum 2 mit 15 Schülerarbeitsplätzen und einem Lehrerarbeitsplatz, sowie jeweils einem Beamer und einem Paar Lautsprecher). Darüber hinaus befindet sich in jedem Klassen- und Fachraum ein PC mit zentralem Drucker im Lehrerarbeitszimmer. Der Raum verfügt nach über 11 Lehrerarbeitsplätze, jeweils mit PC und Zugang zu einem Drucker. Des Weiteren gibt es einen digitalen Fotoapparat. Beamer und Lautsprecherpaare befinden sich in allen drei naturwissenschaftlichen Fachräumen.
Geplante Ausstattung
Im geplanten Selbstlernzentrum, das gemeinsam mit der Theodor-Heuss-Schule genutzt wird, stehen 6 Schülerarbeitsplätze zur Verfügung. Darüber hinaus sind 3 Laptops frei einsetzbar.
Neue Medien in den Kernlehrplänen am Beispiel Deutsch
Seite zuletzt geändert am: 06.06.2011, 20:19 von Administrator
