Soziale KompetenzEN
Vermittlung sozialer Werte
Soziale Kompetenz ist die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und Zusammenleben. Darum ist die Vermittlung sozialer Werte und Kompetenzen ein zentrales Anliegen unserer schulischen Arbeit. Von Jahrgang 5 an nimmt das Training sozialer Kompetenzen einen breiten Raum in der täglichen Arbeit der Klassen- und Fachlehrer/innen ein. Parallel dazu leiten wir unsere Schüler/innen im Projekt Schulschlichtung an, ihre Streitigkeiten eigenverantwortlich auszutragen, indem sie im gemeinsamen Gespräch einvernehmliche Lösungen suchen.
1. Soziales Lernen als Schulfach
Im 5. und 6. Schuljahr unterrichten wir Soziales Lernen nach einem eigens entwickelten Konzept mit zwei Stunden pro Woche und im Jahrgang 7 mit einer Wochenstunde. Eine Ergänzung erfolgt durch außerschulische Projekttage.
2. Trainingsraum für „eigenverantwortliches Denken“
Schülerinnen und Schüler erwarten zu Recht einen Unterricht, in dem in angemessener Lernatmosphäre lernen können. Deshalb haben wir an unserer Schule das Programm „Eigenverantwortliches Denken und Handeln in der Schule“ nach dem Amerikaner E. Ford eingeführt. Schülerinnen und Schüler sollen verstärkt angeleitet werden, Verantwortung für ihr Tun und Handeln zu übernehmen und die Rechte anderer zu respektieren.
Diese Rechte lauten:
• Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht, ungestört zu lernen.
• Lehrerinnen und Lehrer haben das Recht, ungestört zu unterrichten.
• Alle müssen stets die Rechte der anderen beachten und respektieren.
Schülerinnen und Schüler werden systematisch und konsequent auf Regelverstöße hingewiesen, um ihnen diese bewusst zu machen.
In den Trainingsraum gehen störende Schülerinnen und Schüler, die sich nicht an Regeln halten können oder wollen. Dort haben sie Gelegenheit, mit Hilfe und Unterstützung einer Trainingslehrerin oder eines –lehrers über ihr bisheriges Verhalten nachzudenken und Ideen für alternatives Verhalten zu finden.
Das Ziel des Trainingsraums heißt Förderung und Hilfe. Es wird angestrebt, das Schülerbewusstsein für Regeln, Regeleinhaltung und Regelverletzung zu stärken und sie zu verantwortlichem Handeln zu motivieren.
3. Schlichterprogramm
Besonderen Wert legen wir auf die Schulung der sozialen Kompetenzen aller Schüler/innen, um eine Streitkultur zu entwickeln, in der Streit nicht ausschließlich negativ empfunden wird, sondern zu konstruktivem Miteinander führt.
Alle Schüler/innen der 9. Klasse erhalten im 1. Halbjahr eine Ausbildung in Grundfähigkeiten der Streitschlichtung. Schüler/innen, die Streitschlichter werden möchten, machen im 2. Halbjahr eine Ausbildung, um in der 10. Klasse Schlichtergespräche führen zu können. In diesen nach festen Regeln geführten Gesprächen überdenken die Konfliktparteien ihre Standpunkte neu und erarbeiten mit Hilfe der Schlichter selbst eine Kompromisslösung. Die Schuldfrage bleibt dabei außen vor. Auf diese Weise verliert keine der beteiligten Streitparteien das Gesicht, so dass eine niederlagenlose Konfliktbewältigung erreicht wird.
Die 5. Klassen lernen dieses Streitschlichterprogramm an einem erlebnisbetonten Projekttag zu Beginn des Schuljahres kennen. Konfliktsituationen werden in Rollenspielen dargestellt und die Gefühle der Beteiligten nachvollzogen. Sie lernen Konflikte im Vorfeld zu vermeiden und kennen Schulschlichtung als Möglichkeit einer dauerhaften friedlichen Lösung von Konflikten.
Als positive Auswirkungen dieses Programms erreichen wir langfristig
• ausgeglichenere Schüler/innen im Unterricht und erhöhte Lernbereitschaft
• Verbesserung der Klassengemeinschaft und des Lernklimas
• Gesprächsbereitschaft und –erfahrung
• Übertragung der erlernten Gesprächsführung auf Unterricht und Alltag
• Toleranz gegenüber Mitschüler/innen und Mitmenschen
• Vertrauen zu Mitschüler/innen und Lehrer/innen
• Verantwortungsbewusstsein und –übernahme
• Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins
• Teamfähigkeit
4. Training sozialer Kompetenzen
Projekte zum Erwerb sozialer Kompetenzen
Jahrgang 5. Aufbau der Klassengemeinschaft
„Ich – Du – Wir“
Von der Stärkung des Ich-Gefühls zur Entwicklung des „Wir-Gefühls“; Aufbau der Klassengemeinschaft
- zwei außerschulischer Projekttage in Jugendhäusern in Kooperation mit Schulsozialarbeit
„Unsere Klasse: Klassenklima und Lernverhalten“
zum Kennenlernen von Streitschlichtung und der schuleigenen Schlichter
- ein innerschulischer Projekttag
Jahrgang 6. Teamfähigkeit
„Gemeinsam sind wir stark“
Stärkung der Klassengemeinschaft (in der Gruppe Aufgaben bewältigen und Grenzen überwinden)
- ein Projekttag
Mädchen- und Jungenprojekt zum Thema „Das Ding mit dem Erwachsenwerden“
Schülerinnen und Schüler kommen ins Gespräch über die Themen Liebe, Freundschaft, Sexualität und AIDS.
Stärkung der Kommunikationsfähigkeit sowie der Handlungs- und Entscheidungskompetenz der Jugendlichen
- ein außerschulischer Projekttag in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt und dem Gesundheitsamt der Stadt Bielefeld
Jahrgang 7. Stadtteilprojekt aller Sennestädter Schulen
„Move it“
Teilnahme am Stadtteilprojekt aller Sennestädter Schulen der Sekundarstufe I
„Natürlich bin ich stark“
Ein dreiteiliges Theaterstück über den Mut, man selbst zu sein.
Ein Projekt in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Drogenberatung e.V. Bielefeld und der „Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück“
Jahrgang 8. Ansprechpartner/innen für mitfahrende Schüler/innen
„Busbegleiter“
In Kooperation mit der Theodor-Heuss-Schule, der Hans-Ehrenberg-Schule, dem Verkehrsbetrieb moBiel der Stadtwerke Bielefeld, dem Verkehrsbetrieb BVO und dem Kommissariat Vorbeugung werden Schüler/innen der 8. Klassen zu Busbegleiter/innen ausgebildet. Die Schüler/innen sind vor Schulbeginn und nach Schulschluss auf bestimmten Buslinien Ansprechpartner für andere Fahrgäste sowie für die Fahrer. Ebenso fungieren sie als Bindeglied zwischen Verkehrsbetrieb und Schule und setzen sich damit verantwortlich für Sicherheit und eine angstfreie Atmosphäre in öffentlichen Verkehrsmitteln ein. Bei Konflikten greifen sie vermittelnd ein, weisen auf Gefahren hin, achten auf die Einhaltung von Regeln und Umgangsformen und registrieren die Verursacher von Beschädigungen.
Jahrgang 9. Schlichterausbildung
„Basisschulung Streitschlichtung“ Teil I / II
- 2 innerschulische Veranstaltungen
Aidsprävention
Innerschulische Veranstaltung (geschlechterspezifisch) in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt Bielefeld.
Jahrgang 10. Lebensplanung / Berufswahlvorbereitung
„Auf eigenen Füßen stehen – Ende der Schule, Anfang von …“
- ein außerschulischer Projekttag in Zusammenarbeit mit der REGE und dem Verein Plus Training e. V. (Träger der Jugendbildung)
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